2025 neigt sich dem Ende zu – und wie so oft fühlt es sich an, als wäre dieses Jahr gleichzeitig viel zu schnell vorüber geflogen und doch unglaublich lang gewesen. Wenn ich zurückblicke, sehe ich Monate voller Fragen, kleiner Fortschritte, stiller Momente und neuer Erkenntnisse. Ein Jahr, das mich gefordert hat, aber mir auch gezeigt hat, wie viel in Bewegung kommen kann, selbst wenn sich nicht alles sichtbar verändert.

Dieser Rückblick ist für mich eine Gelegenheit, innezuhalten. Nicht um Bilanz im klassischen Sinne zu ziehen, sondern um ehrlich auf das zu schauen, was war: auf das Gute, das Schwierige und auf all das, was dazwischen liegt. Hier auf www.meinepbc.de möchte ich genau dafür Raum schaffen – für persönliche Gedanken, für Zwischentöne und für Erfahrungen, die nicht immer laut sind, aber dennoch zählen.

Vielleicht findest du dich in manchen Zeilen wieder, vielleicht liest du einfach nur mit. In jedem Fall ist dieser Jahresrückblick eine Einladung, kurz stehen zu bleiben und 2025 bewusst zu verabschieden.

Erkennen, was wirklich wichtig ist

2025 war für mich ein Jahr, in dem sich vieles neu sortiert hat. Nicht laut, nicht plötzlich – sondern Schritt für Schritt. Ich habe begonnen, klarer zu erkennen, was mir wirklich wichtig ist und wofür es sich lohnt, Kraft und Aufmerksamkeit aufzubringen. Dabei ist manches in den Hintergrund gerückt, während anderes an Bedeutung gewonnen hat.

Ein zentraler Anker in diesem Jahr war meine Familie. Die viele gemeinsam verbrachte Zeit hat mir Stabilität gegeben und mir gezeigt, wie wertvoll Nähe und Verlässlichkeit sind. Gerade in einem Alltag, der durch PBC immer wieder unberechenbar bleibt, waren diese Momente von Normalität und Zusammenhalt besonders wichtig. Mein Mann und meine beiden Kinder sind immer sehr verständnisvoll und eine unglaublich wichtige Stütze in meinem Leben.

Kleine Schritte, große Wirkung

Auch gesundheitlich hat sich im Laufe des Jahres etwas verändert. Mein Zustand hat sich insofern stabilisiert, dass ich vorsichtig wieder mehr Freiräume schaffen konnte. So wurden zum Beispiel kleine Urlaube wieder machbar. Keine großen Pläne, keine langen Reisen, sondern bewusste Auszeiten, die gutgetan haben und mir gezeigt haben, wie viel Erholung auch in kleinen Momenten stecken kann.
Auch konnte ich in kleinen Schritten wieder aktiver werden. Auch wenn ich wohl nie wieder auf das Level von „früher“ kommen werde, bin ich glücklich, dass ich eine gewisse Regelmäßigkeit erreichen konnte. Mit Yoga, leichter Gymnastik und Spaziergängen fahre ich derzeit sehr gut.

Austausch mit Gleichgesinnten – Awareness schaffen

Mit der Stabilisierung konnte ich auch in anderen Bereichen wieder etwas aktiver werden. Über das Jahr habe ich tolle Kontakte geknüpft, Gespräche geführt und Menschen kennengelernt, die ähnliche Erfahrungen teilen oder sich ebenfalls für mehr Sichtbarkeit rund um PBC einsetzen. Diese Begegnungen haben mich bestärkt und mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig Austausch und gegenseitige Unterstützung sind.

Besonders bereichernd war in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit dem Team von www.pbcnews.info. Der gemeinsame Blick auf Themen, Inhalte und Ziele hat neue Perspektiven eröffnet. Zwei Highlights waren dabei die Mitarbeit an der Erstellung des Leitfadens „WIR mit Primär Biliärer Cholangitis“ und meine Teilnahme an der Social-Media-Kampagne des Universitätsklinikums S-H in Kiel im Sommer war ein wichtiger Moment: Teil einer Initiative zu sein, die PBC sichtbar macht und Betroffenen eine Stimme gibt, hat sich richtig angefühlt.

Aus diesem Wunsch nach Austausch und Offenheit ist in diesem Jahr noch etwas Neues entstanden: Gemeinsam mit der lieben Vivi habe ich den Podcast PBC Unplugged – Das Leben geht durch die Leber gestartet. Der Podcast ist für mich zum einen ein weiterer Weg, Erfahrungen zu teilen und über PBC zu informieren, zum anderen hilft es mir selbst aber auch enorm bei der emotionalen Bewältigung dieser Erkrankung, offen über alles zu sprechen, das damit einhergeht. Erst hatte ich etwas Angst, ich könnte mich mit diesem Projekt übernehmen. Mittlerweile stelle ich aber fest, dass auch wenn es viel Arbeit ist, es mir auch unglaublich viel zurückgibt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Auch Rückschläge gehören dazu

Nicht alles, was 2025 gebracht hat, war leicht. Die medizinische Reha, die ich in diesem Jahr absolviert habe, verlief leider nicht so positiv und hat nicht das bewirkt, was ich mir erhofft hatte. Diese Erfahrung war enttäuschend und ernüchternd – und doch gehört sie zu diesem Jahr dazu. Rückschläge sind Teil des Weges und ich bin dennoch froh, dass ich es versucht habe.

Bereits im letzten Jahr hatte ich mir Unterstützung durch eine Psychotherapeutin gesucht. Die Therapie war auch in diesem Jahr eine unglaublich wichtige Stütze und ich habe sehr große Fortschritte gemacht, die mich nicht nur im Bezug auf die Bewältigung der Diagnose sondern in allen Aspekten des Lebens weitergebracht haben.

Rückblickend war 2025 kein Jahr der großen Durchbrüche, sondern eines der leisen Veränderungen. Ein Jahr, das mir gezeigt hat, wie wichtig Stabilität, Verbindung und Ehrlichkeit sind – mir selbst gegenüber und anderen.

Ausblick auf 2026

Mein Blick auf das kommende Jahr ist hoffnungsvoll und optimistisch: Ich freue mich darauf, spannende Projekte mit neuen Partner:innen umzusetzen und den Podcast mit Vivi weiter aufzubauen. Eine Herausforderung wird für mich im nächsten Jahr von besonderer Bedeutung sein: Nach fast zweijähriger Arbeitsunfähigkeit möchte ich in meinen Job zurückkehren. Auch wenn ich etwas Angst verspüre, überwiegt die positive Aufregung und ich freue mich darauf. Und auch im privaten steht noch ein großes Projekt im nächsten Jahr an, wozu ich aber noch nicht allzu viel verraten kann.

Ich bin dankbar für alle Fortschritte, die ich gemacht habe, und alle Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten. 2025 verabschiede ich nicht mit großen Antworten, sondern mit dem Gefühl, unterwegs zu sein – und das reicht mir für den Moment.

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